Die Anwälte als Vertreter der Verletzten

Als Anwalt für Urheberrecht also dem Recht des geistigen Eigentums (neudeutsch: Intellectual Property Law), weiß man ganz genau, welche Bedeutung geistiges Eigentum hat.

Man verdient schließlich sein Geld damit, geistige Schöpfungen gegen unerlaubte Nutzung(en) zu sichern oder zu schützen.

Das ist bei vielen Menschen heutzutage nicht „en Vogue“, das ist nicht gewünscht, das ist nicht das, was Internetnutzer hören wollen.

 

Das Internet ein rechtsfreier Raum?

Für viele ist das Netz ein „rechtsfreier Raum“, eine Spielwiese, etwas, das dazu dient, sich beliebig darin zu bewegen, sich zu bedienen ohne etwas dafür zu bezahlen.

Die „Kostenlosmentalität“ oder neudeutsch „all for free – mentality“, tut hier ein Übriges.

Philipp Alvares de Souza Soares und Franziska Bulban haben es in der Zeit vom 26. Januar 2012 („DIE ZEIT“ Nr. 5) auf Seite 3 in der Rubrik POLITIK ganz gut beschrieben.

„Drei Klicks, mehr braucht es nicht…um beinahe jeden beliebigen Film im Netz zu sehen, auch ganz neue Kinofilme.“

Die beiden Zeitautoren Alvarez und Bulban haben es in ihrer kurzen Abhandlung sehr treffend beschrieben, „das Gefühl, niemandem wirklich zu schaden“ verbunden mit der Meinung, „Lady Gaga hat doch schon genug Geld“, oder „man weiß noch nicht einmal, dass es illegal ist“.

Dass Bezahlung (auch) etwas mit Wertschätzung zu tun hat, ist vielen Nutzern dabei scheinbar nicht bekannt.

 

Legale Nutzung von Werken durch Bezahlung

Die Frage ist hier nicht, „wer hat Recht“ und „was ist legal“, sondern wie erreicht man, dass die illegale Nutzung legal wird, also die legale Nutzung von Werken durch Bezahlung.

Muss die Art der Nutzung von geistigem Eigentum an dieser Stelle vielleicht aufgrund der Besonderheit des Internets erstmals überdacht werden?

Nun heißt es: Wenn nicht nur 100.000 oder 5 Millionen oder 50 Millionen sondern mehrere Milliarden Menschen Filme streamen können, ohne dafür etwas zu bezahlen, was spricht dagegen, das Netz bzw. die Nutzung diverser Inhalte so billig zu machen, dass durch die massenhafte Möglichkeit, Inhalte zu streamen, zu kopieren oder downzuloaden ein „Netz-Sozialismus“ im Netz die Lösung ist?

Alles wird billig!

Sowie der Lachs vor 20 Jahren für Normalverbraucher fast unbezahlbar war und heutzutage zur Billig- und  Massenware verkommen ist, so wie das sonntägliche Fleisch zur Selbstverständlichkeit geworden ist, so kann auch der Inhalt im Netz zur (bezahlten und bezahlbaren) Massenware werden.

Dies ist ganz einfach, durch Abgaben, die im Centbereich liegen, im Ergebnis aber dazu führen, dass Urheberrechte, geistiges Eigentum und alle Arten von Rechte, die multiplizierbar sind, ohne dass sie an Substanz verlieren, zum Massenprodukt werden.

Jeder Nutzer zahlt wenige Cent oder auch nur einen Bruchteil eines Cents für die Nutzung von Inhalten.

 

Der richtige Weg für Urheber und die Netzgemeinde

Dadurch ist zwei Seiten gedient: Die Nutzung wird legal, die Künstler, Werkschaffende, Urheber und Lizenzgeber von geistigem Eigentum oder Werken profitieren ungemein, denn die Milliardenverluste, die ihnen aufgrund der illegalen und kaum mehr zu überblickenden Nutzung entgehen, würden dadurch plötzlich zu einer Goldgrube.

Die Schätzungen der illegalen Downloads und der illegalen Nutzung von Werken und geistigem Eigentum zeigen gigantische Ausmaße.

Wenn man dies mit Kleinstbeträgen „besteuern“ kann, so wäre der Sache und den Menschen wirklich geholfen.

Die Illegalität hätte ein Ende, der Verlust ebenso.

Ein Nachdenken über Sopa und Pipa erübrigt sich insofern, wenn man kreative und neue Wege geht.